Sommerpause? In der Entgeltabrechnung keine Spur davon!

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PayFit Deutschland

3 Juli 2019

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Schon längst nicht mehr bereichert der Gesetzgeber die Entgeltabrechnung nur zum Jahresende mit neuen Regelungen. Auch dieses Jahr stehen Änderungen zum 01.07.2019 an. Wir haben kurz zusammengefasst, was auf Sie zukommt.

 

Neue Pfändungsfreigrenzen ab 01.07.2019

Alle 2 Jahre werden die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen an die Entwicklung des steuerlichen Existenzminimums angepasst. Zum 01.07.2019 ist es wieder soweit.

 

Neuregelung der Gleitzone ab 01.07.2019

Ein Kernelement des RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetzes ist die Entlastung von Beschäftigten mit geringem Einkommen.

Die bereits seit 1. April 2003 bestehende „Gleitzone“, in der versicherungspflichtige Beschäftigte für ihr Arbeitsentgelt nur einen abgesenkten Gesamtsozialversicherungsbeitrag zu tragen haben, wird ab dem 1. Juli 2019 in der oberen Begrenzung von derzeit 850,00 EUR auf dann 1.300,00 EUR 💶 ausgeweitet.

 

Die bisherige Gleitzone heißt dann „Midijob“ und gewährleistet durch die Anhebung der Entgeltobergrenze, dass Beschäftigte stärker, beziehungsweise erstmalig, bei den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden.

 

Neu ist, dass zukünftig verringerte Rentenbeiträge nicht mehr zu geringeren Rentenansprüchen führen. Die Entgeltpunkte für die Rentenberechnung werden nämlich ab dem 1. Juli 2019 nicht mehr aus den reduzierten beitragspflichtigen Einnahmen, sondern aus dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt ermittelt.

💡Somit besteht ab 01.07.2019 auch keine Möglichkeit mehr auf die Anwendung der Gleitzone zu verzichten, um die vollen Entgeltpunkte zu erwerben. Der Arbeitnehmer führt immer den verringerten Beitrag ab und bekommt dennoch volle Rentenpunkte angerechnet. Für den Arbeitgeber ändert sich nichts – die Abgaben bleiben die gleichen. 

 

Was bedeutet das nun für Sie als Entgeltabrechner?

💡Alle Mitarbeiter, die vor dem 01.07.2019 in der Gleitzone beschäftigt waren, fallen automatisch ab dem Stichtag in die Kategorie Midijob.
💡Darüber hinaus gibt es aber nun auch Mitarbeiter, die aufgrund ihres geringeren Entgelts nun als Midijob abzurechnen und daher zu prüfen sind.

👩‍💻 Sind die Bedingungen für die betroffenen Personen mittels einer vorausschauenden neuen Beurteilung erfüllt, sind Sie in PayFit in den Vertrags- und Stammdaten → Steuer-/Versicherungsdaten als Midijob zu kennzeichnen.

 

Besondere Personengruppen, wie Mitarbeiter mit Altersteilzeitvereinbarung oder Mitarbeiter in Kurzarbeit, werden auch mit bei der Betrachtung als Midijobber, bei bestimmten Voraussetzungen, berücksichtigt. Gleiches gilt für Vorruhestandsgeldbezieher.

 

Die Neuregelung der Gleitzone hat neben der “Berechnung” auch Auswirkungen auf das DEÜV-Meldeverfahren, womit wir auch schon bei der nächsten Neuerung wären.


Änderungen im DEÜV-Meldewesen zum 01.07.2019

Ab dem 01.07.2019 sind DEÜV-Meldungen in der Version 05 zu melden.

Ausschlaggeber für die neue Version ist der neue Midijob. So ist in Entgeltmeldungen (z. B. Jahresmeldung) für Midijobber ab dem 01.07.2019 zusätzlich zum verminderten beitragspflichtigen Entgelt auch das tatsächliche Entgelt zu melden, welches ohne Anwendung des Midijobs beitragspflichtig wäre.

 

Meldungen zu geänderten Betriebsdaten ab 01.07.2019

Prinzipiell gilt, dass ein Arbeitgeber eine Änderung der Betriebsdaten unverzüglich elektronisch (per Datenbaustein DSBD) zu übermitteln hat. 🔌 Eine nicht, bzw. eine nicht unverzüglich abgegebene Meldung der geänderten Betriebsdaten stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

 

Im Rahmen der Betriebsdatenpflege teilen die Arbeitgeber alle Änderungen mit hinsichtlich

 

- Betriebsbezeichnung

- Anschrift

- Name des Ansprechpartners

- Kommunikationsdaten des Ansprechpartners

- Betriebsstilllegungen

- Betriebsaufgaben und

- Änderung der Korrespondenzadresse jeweils bezogen auf die Arbeitgeber-Betriebsnummer.

 

Zum 01.07.2019 sind Meldungen dieser Art in der neuen Version 03 zu melden. Inhaltlich haben sich die Abgabegründe zu diesem Stichtag geändert, um eine vollständige und vollautomatisierte Verarbeitung auf Seiten des Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit zu ermöglichen.

 

Beitragserhebung an Berufsständische Versorgungswerke ab 01.07.2019

Lt. Besprechungsergebnis der Spitzenverbände vom 28.06.2018 findet das Bestandsprüfungsverfahren bei der monatlichen Beitragserhebung keine Anwendung mehr. Aus diesem Grund sind Beitragserhebungen an die Berufsständischen Versorgungswerke  ab dem 01.07.2019 in der neuen Version 04 zu melden.

 

Änderungen im Zahlstellen-Meldeverfahren ab 01.07.2019

Zahlt der Arbeitgeber Versorgungsbezüge an einen Betriebsrentner aus, der zugleich eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezieht, so gilt er als Zahlstelle. Somit ist er verpflichtet, die Sozialversicherungsbeiträge aus den Versorgungsbezügen einzubehalten und an die zuständige gesetzliche Krankenkasse abzuführen.

Kleinere Zahlstellen, die regelmäßig an weniger als 30 beitragspflichtige Mitglieder Versorgungsbezüge auszahlen, konnten sich bisher jedoch von der Beitragsabführungspflicht bzw. dem Zahlstellenverfahren auf Antrag befreien lassen.

 

Diese Ausnahmeregelung wurde durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (kurz: TSVG) abgeschafft. Demnach ist das Zahlstellenverfahren ab 01.07.2019 für alle versicherungspflichtigen Versorgungsbezugsempfänger anzuwenden.

 

Änderungen im A1-Antragsverfahren ab 01.07.2019

Auch im jüngsten elektronischen Verfahren gibt es zum 01.07.2019 schon erste kleine Änderungen. So ist der Geburtsname des Arbeitnehmers nun optional, das Geburtsland ist jedoch obligatorisch. 🖱

 

Im Bereich der Angaben zur Beschäftigung in Deutschland wird das Feld „SV-Beiträge“ in „Geltung“ umbenannt. Hintergrund ist, dass für die Beurteilung einer Entsendung entscheidend ist, ob die Person unmittelbar vor Beginn der Entsendung für mindestens einen Monat den deutschen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit unterlag. Ob und inwiefern in diesem Monat SV-Beiträge gezahlt wurden, ist hingegen irrelevant.

 

💡Wie Sie sehen, es ist immer was los... Es ist wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu sein und einen Lohnexperten an der Seite zu haben! 

 

Entgeltabrechnung: PayFit weiß Bescheid

PayFit informiert Sie umfassend und trotzdem verständlich. Wenn Sie noch auf der Suche nach einer automatisierten Lösung für Ihre Entgeltabrechnung sind, kontaktieren Sie uns gern. Unsere cloud-basierte Software muss nicht heruntergeladen werden, sodass Sie flexibel Zugriff haben.

 

Wir bei PayFit unterstützen Sie gern, sollte etwas unklar sein. In Ihrem PayFit-Account finden Sie nützliche Hinweise und können die Daten einfach und jederzeit bearbeiten.