Lohn, Gehalt und Entgelt – Vergütungsbasics (Teil 1)

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PayFit Deutschland

13 Juni 2019

Lohn und Gehalt

Früher war das mit der Vergütung noch einfach. Der Arbeiter bekam seinen Lohn, der Angestellte oder Beamte sein Gehalt. Beide vielleicht am Ende des Jahres noch Weihnachtsgeld. Ein vorhersehbares monatliches Einkommen für den Arbeitnehmer und kalkulierbare Kosten für den Arbeitgeber...

Inzwischen sind die Vergütungssysteme komplexer geworden. Über Boni, Prämien, Provisionen, Tantiemen bis hin zum neuen Trend der kollektiven variablen Vergütung. Auch durch Gehaltserweiterungen wie betriebliche Gesundheitsförderung oder geldwerte Vorteile, z.B. Belegschaftsrabatte, lassen sich Leistungsanreize setzen, die nicht immer eine reine Gehaltserhöhung bedeuten. Als Gründer und junger Unternehmer kommen gerade am Anfang einige Fragen auf. 🤔

 

Denn die Verwirrung beginnt oft schon mit den Fachausdrücken.

 - Lohnabrechnung

- Gehaltsabrechnung

- Entgeltabrechnung

- Arbeitslohn

- Arbeitsentgelt

Lohn, Gehalt oder doch Entgelt. Ja was denn nun?

Keine Sorge – Es folgt kein Auszug aus dem BWL-Lehrbuch. Alles nicht so kompliziert. Um die Vor- und Nachteile von verschieden Vergütungsmodellen nachzuvollziehen, bedarf es aber doch ein wenig Theorie. 🤓

 

Entlohnungsformen / Entgeltmodelle

 

Das Wörtchen Lohn sorgt ganz schön für Verwirrung. Im klassischen Rechnungswesen bezeichnet Lohn das Entgelt, welches dem Arbeitnehmer für seine erbrachte Arbeitsleistung gezahlt wird. Dabei wird zwischen verschiedenen Lohnformen unterschieden.

 

1. Zeitlohn

- Gehalt

- Stundenlohn

- Tagelohn

 

2. Leistungslohn

- Akkordlohn

- Prämienlohn

 

3. Beteiligungslohn

- Verkaufsprämien

- Gewinnbeteiligung

 

 

1. Zeitlohn

 

Die wohl geläufigste Variante ist der Zeitlohn. Also die Entlohnung nach der Dauer der geleisteten Arbeitszeit. Ob der Arbeitnehmer nun ein Gehalt oder einen Stundenlohn erhält, ist dafür zunächst nicht von Belang.

Und auch die früher geläufige Abgrenzung nach der Art der Tätigkeit ist inzwischen irrelevant. Das merkt man auch daran, dass selbst der eher „gemütlich“ agierende Gesetzgeber inzwischen zum Großteil auf die Unterscheidung verzichtet und stattdessen den Begriff des Entgelts verwendet (z.B. von Lohnfortzahlung zu Entgeltfortzahlung).

 

Wichtiger wird die Unterscheidung bei der Abrechnung des Arbeitsentgelts (oder steuerrechtlich auch Arbeitslohn). Wir beleuchten darum mal detaillierter:

 

Stundenlohn

 

Im Falle des Stundenlohns erfolgt die Berechnung des Arbeitsentgelts auf Basis der tatsächlich erbrachten Arbeitsstunden. Das Entgelt kann dadurch von Monat zu Monat erheblich variieren (z.B. Arbeitstage pro Monat, schwankende Auslastung).

 

Das Arbeitsentgelt berechnet sich also vereinfacht aus:
(Erbrachte Arbeitsstunden) X (Fester Stundenlohn) (Pausenzeiten)

 

 

Gehalt

 

Als Gehalt wird ein festes monatliches Entgelt bezeichnet, welches unabhängig von Überstunden sowie Arbeits- / Feiertagen ausgezahlt wird. Gleiches gilt in der Regel auch für die Vereinbarung eines Jahresgehalts, z.B. für leitende Angestellte.

 

Soweit, so gut (und einleuchtend). 😉

Aber: es geht noch weiter, und zwar mit dem verstetigten Gehalt.

 

 

Verstetigtes Gehalt

 

Bei einer stundenweisen Abrechnung kann es, wie oben beschrieben, zu starken Schwankungen kommen. Dies ist weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer wünschenswert. Als gängige Praxis hat sich daher das verstetigte Gehalt etabliert. Dabei handelt es sich um einen fixen Monatslohn.

 

Als Basis für den Monatslohn dient eine fest vereinbarte Zahl an Arbeitsstunden pro Monat multipliziert mit dem festen Stundenlohn. Ergeben sich Abweichungen von der vereinbarten Arbeitszeit, werden diese Plus- und Minusstunden auf einem Arbeitszeitkonto verrechnet. So können Kostenspitzen in Zeiten erhöhten Arbeitsaufwands abgefedert werden, und umgekehrt.

 

Das verstetigte Gehalt kann z.B. auch für Minijobber und Werkstudenten eine Alternative zur stundenweisen Abrechnung darstellen. Für geringfügig Beschäftigte ist generell zu beachten, dass zum einen der gesetzliche Mindestlohn eingehalten wird, und zum anderen der Jahreswert von 5.400,00 Euro (Stand: 2019) nicht überschritten wird.

 

Bei Werkstudenten muss neben dem Mindestlohn noch die Arbeitszeit im Auge behalten werden. Diese darf lediglich 26 Wochen im Jahr die 20-Stunden-Grenze überschreiten.

 

Für Saisonarbeiter ist auf Grund der zeitlichen Beschränkung der Tätigkeit eine stundenweise Abrechnung meistens von Vorteil. Insbesondere dann, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung versicherungs- und beitragsfrei angestellt werden soll (hier beträgt die Beschäftigungsdauer max. 3 Monate).

 

Pro & Con des Zeitlohns

 

Vorteile

➕ simple Lohnabrechnung

 geringer Leistungsdruck

 Fördert Arbeitsqualität

 kalkulierbares Einkommen / Kosten

 

Nachteile

➖ Geringe Leistungsanreize

 Keine gezielte Förderung von leistungsstarken Arbeitnehmern

 

Soviel zur Basis der Vergütungsmodelle. Natürlich gibt es darüber hinaus, wie bereits gespoilert, einige andere Varianten der Entlohnung. Wer noch mehr über Entlohnung nach Leistung oder auch neuen Formen wie kollektive variable Vergütung, schaut einfach weiter auf unserem Blog.