From "Nine to five" to "Remote" - Arbeitszeitmodelle im Check

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PayFit Deutschland

25 April 2019

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Wer ein Unternehmen führt oder als Gründer gerade erst damit beginnt, wird sich zwangsläufig mit den Arbeitszeiten der eigenen Mitarbeiter befassen. Doch was für populäre Arbeitszeitmodelle gibt es und welches eignet sich für mein Unternehmen? Wir beleuchten Aspekte rund um "from nine to five", Remote und co. 

 

Wir informieren über unterschiedliche Modelle, ein paar Vor- und Nachteile, die unterschiedliche Eignung und worauf man generell achten sollte. Aspekte wie Vereinbarkeit mit der Familie, Produktivität, Unternehmensform oder auch die Gesundheit spielen hierbei unter anderem eine wichtige Rolle. 👨‍👩‍👦

Arbeiten in Gleitzeit

Hier sei zunächst festgehalten: Gleitzeit bedeutet Flexibilität. Es spielt hier kaum eine Rolle, ob ein Mitarbeiter schon um 7:30 zur Arbeit erscheint oder erst um kurz vor 9:00. So müssen nicht alle Kollegen zur gleichen Zeit mit der Arbeit anfangen und können auch zu unterschiedlichen Zeiten in den Feierabend gehen.

 

Praktisch ist das vor allem für Pendler und diejenigen, die Familie haben und vielleicht erst die Kinder in den Kindergarten bringen müssen.

 

Oftmals gibt es eine Kernarbeitszeit, in der die Anwesenheit aller Mitarbeiter erforderlich ist. Die Gleitzeit liegt dann am Anfang und am Ende der täglichen Arbeitszeit. Dabei haben die Mitarbeiter in aller Regel ein fixes Stundenkontingent pro Woche oder pro Monat, das auch erreicht werden muss. Später kommen und früher gehen funktioniert also nicht.

 

Gleitzeit kann in vielen Betrieben funktionieren, für andere ist sie ungeeignet. Vor allem im Dienstleistungsgewerbe sind beispielsweise feste Arbeitszeiten meist erforderlich.

Gleitzeit und ihre Vorteile und Nachteile für Arbeitgeber

Vorteile

- Gleitzeit kann einfach umgesetzt werden

- für viele Bereiche praktikabel

- beliebt bei Arbeitnehmern

- Fehlzeiten lassen sich reduzieren

- Produktivität wird oft gesteigert

 

Nachteile

- es bedarf einer schriftlichen Regelung

- Zustimmung durch Betriebsrat ist erforderlich

- Unzufriedenheit in Abteilungen ohne Gleitzeit ist möglich

- schwierig umsetzbar bei Schichtarbeit

 

Das Arbeitszeitkonto

Generell ist das Arbeitszeitkonto kein Arbeitszeitmodell im eigentlichen Sinne. Eher bietet es flexible Arbeitszeiten für Arbeitnehmer. Das Prinzip dahinter arbeitet wie ein Sparbuch, auf dem Mitarbeiter ihre Arbeitsstunden sammeln können – und diese bei Bedarf auch wieder entnehmen können.

 

Überstunden können hier beispielsweise angesammelt werden, ebenso kann aber auch Zeit „abgebummelt“ werden – zum Beispiel, wenn Arzttermine oder ähnliches anstehen. Für das gesammelte Zeitguthaben wird dabei auch keine Vergütung ausgezahlt.

 

Der BauA Arbeitszeitreport aus dem Jahr 2016 macht deutlich, dass schon vor drei Jahren rund 60 Prozent der Angestellten in Deutschland über ein Arbeitszeitkonto verfügten.

Vorteile und Nachteile beim Arbeitszeitkonto für den Arbeitgeber

Vorteile

- mehr Flexibilität im Unternehmen

- Zuschläge für Überstunden entfallen

- Leerlauf wird verhindert, ebenso auch Kurzarbeit

 

Nachteile

- alle Stunden müssen dokumentiert werden

- Mitarbeiter müssen Rücklagen an Stunden bilden

- eventuell sammeln Mitarbeiter zahlreiche Stunden an, die nicht abgebummelt werden

 

Die Schichtarbeit und ihre Facetten

Schichtarbeit gibt es in vielen unterschiedlichen Bereichen. In der Pflege, bei der Feuerwehr und auch in vielen Bereichen der Produktion. Dabei wird nicht nur von beispielsweise 9 bis 17 Uhr gearbeitet, sondern in mehreren Schichten – oftmals auch rund um die Uhr von unterschiedlichen Mitarbeitern.

Etabliert hat sich dabei das System der Wechselschicht, bei der zum Beispiel zwischen Frühschicht von 6 bis 14 Uhr und Spätschicht von 14 bis 22 Uhr gewechselt wird. Aber auch andere Modelle können in Frage kommen. Auch Nachtschichten oder Schichten am Wochenende sind dabei möglich.

Diese Vorteile und Nachteile bietet Schichtarbeit für Arbeitgeber

Vorteile

- Betriebszeiten sind beliebig dehnbar

- bessere Erreichbarkeit für Kunden

- Anlagen müssen nicht immer abgeschaltet werden

- Flexibilität in vielerlei Bereichen

 

Nachteile

- Nachtschichten und Arbeit am Wochenende müssen höher entlohnt werden

- Mitarbeiter werden gesundheitlich oft stärker belastet

- Schichtpläne sind mit Urlaubswünschen und Krankheitsphasen mitunter schwer zu erstellen

 

Die Möglichkeiten von versetzter Arbeitszeit

In vielen Firmen gibt es auch versetzte Arbeitszeiten, bei denen die Betriebszeiten in Blöcke unterteilt werden. Diese überschneiden sich dann zum Teil. Beispielsweise fängt eine Schicht um 8 Uhr an und arbeitet bis 15 Uhr, die zweite Schicht beginnt um 14 Uhr und arbeitet bis 22 Uhr.

 

Durch ein solches Arbeitszeitmodell kann man auf den unterschiedlichen Personalbedarf reagieren oder auch die Betriebszeiten anpassen. Im Handel, aber auch in der Branche der Dienstleister kommt dieses Modell oft zum Einsatz.

Versetzte Arbeitszeiten und die Vorteile und Nachteile für Arbeitgeber

Vorteile

- Arbeitszeiten lassen sich an Personalbedarf anpassen

- flexible Betriebszeiten

- mehr Flexibilität als bei Schichtmodellen

- Minijobber können gut integriert werden, ebenso ist Teilzeit möglich

 

Nachteile

- Analyse des Personalbedarfs ist notwendig

- Dienstpläne müssen früh veröffentlicht werden, damit Mitarbeiter gut planen können

 

Die Arbeit im Home Office

Immer mehr Angestellte wünschen sich, auch von Zuhause aus arbeiten zu können. Und in vielen Bereichen ist das auch problemlos möglich. Durch Smartphone, Tablet und Laptop ist man vor allem in Branchen, die elektronisch arbeiten dazu in der Lage, ortsunabhängig tätig zu sein.

 

Durch eine Arbeit im Home Office können Mitarbeiter auch arbeiten, wenn beispielsweise mal der Handwerker kommt, und sind für das Unternehmen trotzdem erreichbar. Wenn ein Unternehmen Home Office ermöglicht, erweitert es außerdem den "Radius" in Hinsicht auf den Wohnort neuer Kollegen, da die Fahrtzeit so weniger ausschlaggebend ist. So wird man als Arbeitgeber attraktiver für Talente.

Vorteile vom Home Office für Arbeitgeber – und die Nachteile

Vorteile 

- Mitarbeiter sind flexibel und besser erreichbar

- Mütter und Väter können flexibler arbeiten, auch in Ferien der Kinder

- viele Mitarbeiter sind produktiver und werden weniger abgelenkt

- Bürofläche kann eventuell reduziert werden

 

Nachteile

- Absprachen im Büro werden schwieriger

- die Organisation ist etwas umständlicher

- Datenschutz muss auch Zuhause gewährleistet sein

- nicht jede Tätigkeit kann Zuhause ausgeübt werden

 

Die einzelnen Arbeitszeitmodelle kommen demnach für verschiedene Bereiche und Branchen in Frage. Dabei muss man als Arbeitgeber immer darüber nachdenken, wie attraktiv man auf Angestellte wirken möchte und wie flexibel man sein Unternehmen aufstellen will und kann. Aber auch etwaige Nachteile sollten in jedem Fall berücksichtigt und analysiert werden, ehe die Umsetzung erfolgt.

 

Die PayFit App ist unabhängig vom Arbeitszeitmodell nutzbar – Sie können beispielsweise ganz einfach Zuschläge für Wochenend-, Feiertags- oder Nachtarbeit eingeben. Weiterhin ist mit PayFit die Urlaubsplanung ganz einfach, sodass sich die Mitarbeiter hier nicht "in die Quere kommen".